360-Grad-Kameras – Die Zukunft der Action Cams?

Erst Action Cams, dann 360-Grad-Kamera? Sie gelten in vielerlei Hinsicht als Zukunft des (Hobby-)Filmens und könnten schon bald GoPro & co ins Schwitzen bringen. Denn: Wer nicht schnell auf den Zug mit aufspringt, könnte bald abgehängt werden.

360-Grad – Was bedeutet das denn?

Doch eins nach dem anderen – Was ist denn bitte eine 360-Grad-Kamera? 360-Grad-Kameras bringen die Möglichkeit mit, dass ihr als Zuschauer euch jederzeit komplett frei umschauen könnt. Mittendrin statt nur dabei – So lassen sich Situationen und Landschaften deutlich authentischer rüberbringen und es ist noch besser möglich, Situationen mit anderen zu teilen. Man könnte den Trend wohl als logisches Gegenstück zur Virtual Reality-Bewegung sehen. Was Geräte a la Oculus Rift und HTC Vive uns zeigen, wird mit 360-Grad-Kameras erst aufgenommen. Kein Wunder also, dass die Kameras immer mehr auch in den Fokus „einfacher“ User rücken.

Zur Veranschaulichung: Versucht’s mal mit untenstehendem Video hier; klickt ins Bild und schaut euch nach Belieben um.

Samsung, LG und co – Auch die großen Hersteller springen mit auf

So haben auch viele namhafte die Trendwende erkannt und bieten bereits gut funktionierende Modelle an. Gerade rechtzeitig, bedenkt man die hohe Aktualität der VR-Brillen und die kürzlichen Launches von Oculus und HTC Vive, während auch Sonys Playstation VR in den Startlöchern steht und Ende des Jahres alles verändern will. Aktuell möglicherweise gängigstes Modell wäre hier die die Ricoh THETA S. Samsung zieht mit und erweitert seine bereits erhältliche Virtual Reality Brile Samsung Gear VR um eine 360-Grad-Kamera mit Namen Samsung Gear 360. Diese soll die Konkurrenz ausstechen und im zweiten Quartal 2016 auf den Markt kommen. Auch Nikon, Nokia und ja, sogar Facebook haben bereits ihre Gegenentwürfe vorgestellt. Wenn auch teilweise mit anderen Zielgruppen. So richtet sich etwa die Nokia Ozo an Profis und soll an die 55.000€ kosten – nichts für den gewöhnlichen Hobby-Urlaubsfilmer also. Dennoch: Anders als seinerzeit bei den Actioncams scheinen hier gleich viele Hersteller gleichzeitg den Trend zu erkennen und von Anfang an für ein relativ breites Angebot zu sorgen. Das kann für den Anwender nur gut sein und lässt auf ein extrem spannendes Jahr 2016 hoffen.

Bei alldem aber auffällig: Bisher hat der Branchenriese GoPro noch keine eigene 360-Grad-Kamera für den Massenmarkt vorgestellt. Ob Lösungen wie die teure GoPro Odyssey Jump mit ihren 16 synchronisierten Einzelkameras oder das kürzlich vorgestellte 6-Kamera-Rig Omni für „nur“ etwa insgesamt 5.000€ auch Ottonormalverbraucher interessieren werden, bleibt abzusehen. Wir glauben da ja doch eher an günstigere All-in-One-Lösungen wie vorgestellt von Ricoh oder auch die ambitionierte 360Fly. Droht der Actionriese aus den USA hier etwa den Trend zu verpennen?

Gesunde Skepsis bleibt angemessen

Bei all der verlockenden Zukunftsmusik ist jedoch auch ein wenig gesunde Skepsis nicht verkehrt. Fraglich bleibt natürlich, ob und wie stark sich der VR-Trend im allgemeinen durchsetzen wird – auch hier gibt es stark auseinandergehende Meinungen. Blicken wir hier also etwa auf eine technisch nachhaltige Veränderug, oder wird sich das Ganze ähnlich dem kurz aufkeimenden 3D-Trend, früh als netter aber kurzlebiger Hype entpuppen? Ein Punkt könnten hier auch wegfallende Möglichkeiten in Puncto Storytelling sein. Wie schaffe ich es, meinem Zuschauer eine Geschichte zu erzählen, wenn er in die falsche Richtung schaut? Zweifellos bieten die neuen Perspektive endlose Möglichkeiten; ob sie sich allerdings für alle Bereiche des Films eignen, ist fraglich.

Zudem dürften wir hier weitere rechtliche bzw. datenschutzrechtliche Herausforderungen erwarten. Wie schon Drohnen vielerorts für Ärger, gerade auch im Hinblick auf Verletzungen von Privatssphäre, gesorgt haben, könnte das hier ähnliche Wellen schlagen. So könnten etwa Menschen gefilmt werden, ohne es zu ahnen und Details, die so nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, leicht aufgedeckt werden. Gerade in Deutschland ist man ja besonders vorsichtig, was Eingriffe in die eigene Privatssphäre angeht.



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